Rapex-Report am Donnerstag: Verkaufsverbot für Kinder-Fanfare – Hautcremes mit viel zu hohem Quecksilbergehalt

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Rapex-Report am Donnerstag: Verkaufsverbot für Kinder-Fanfare – Hautcremes mit viel zu hohem Quecksilbergehalt
In das Safety Gate der Europäischen Union wurden in der letzten Woche erneut zahlreiche Produkte eingestellt, die von den verschiedenen Behörden in den Mitgliedsländern mit Verkaufsverboten oder Produktrückrufen belegt wurden. Die Produkte dürfen nun in keinem EU-Mitgliedsland weiter vertrieben werden.

Bei einer Druckluft-Fanfare für Kinder war der Schalldruckpegel mit einem gemessenen Wert bis HE 131.2 zu hoch. Der Schalldruck könnte zu einem teilweisen Hörverlust führen, wenn das Produkt verwendet wird. Das Produkt entspricht nicht den Anforderungen der Spielzeugrichtlinie und der einschlägigen europäischen Norm EN 71-1.

Bei 4 Hautcremes aus Pakistan stellten die Behörden in Schweden viel zu hohe Quecksilberkonzentrationen fest. Die höchste Konzentration betrug bei einem der Produkte 16,8 g/kg, die anderen enthielten 13,7 g/kg , 8,5 g/kg , 5,8 g/kg. Quecksilber akkumuliert sich im Körper und kann Nieren, Gehirn und Nervensystem schädigen. Darüber hinaus kann es die Fortpflanzung und das Kind im Mutterleib beeinträchtigen. Das Produkt entspricht nicht der Verordnung über kosmetische Mittel.

Bei einem Kinderfahrradsitz konnten sich die Befestigungsgurte leicht vom Sitz lösen. Das Kind hätte leicht aus dem Sitz herausfallen können, wenn der Radfahrer stark bremst. Das Produkt entspricht nicht der einschlägigen europäischen Norm EN 14344 und darf ohne Korrekturmaßnahmen nicht weiter vertrieben werden.

Neben verschiedenen Atemschutzmasken, die nicht von einer zuständigen Stelle in Europa zertifiziert wurden und nicht der Verordnung über persönliche Schutzausrüstungen entsprachen, wurden auch wieder Spielzeuge vom Vertrieb ausgeschlossen, die zu hohe Konzentrationen an DEHP und DINP enthielten. Diese Phthalate können die Gesundheit von Kindern schädigen und möglicherweise das Fortpflanzungssystem und die Leber schädigen. Die Produkte entsprachen nicht der REACH-Verordnung und/oder den Anforderungen der Spielzeugrichtlinie und der einschlägigen europäischen Norm EN 71-3.

Bei einem Warmwasserzylinder aus Irland war das auf der Vorderseite des Zylinders angebrachte Relais, das zum Ein- und Ausschalten des Tauchheizgeräts dient, teilweise fehlerhaft. Dadurch könnte das Relais zu einer Überhitzung führen, was zu erhöhtem Brandrisiko führt.

Die Beispiele zeigen, dass Hersteller, Importeure und Handelsunternehmen die einschlägigen Vorschriften und Normen kennen und befolgen sollten, um sich vor großen finanziellen Schäden zu schützen. Die Einhaltung der europäischen Vorschriften und Normen sollte auch bei den Verhandlungen mit den meist chinesischen Lieferanten eine zentrale Rolle spielen, um die negativen Auswirkungen durch Importverbote, Verkaufsverbote und Produktrückrufe zu vermeiden.
 

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Über den Autor
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss ist Gründer und Geschäftsführer der trinasco GmbH und Experte für Produkt Compliance Management. Vor seiner Tätigkeit als Berater war Dr. Voss bei führenden internationalen Unternehmen tätig (Pepsi-Cola, Sony, Nokia) und hat dabei sehr erfolgreich diverse Marketing-, Vertriebs- und General Management-Funktionen bekleidet. Unter anderem leitete er eine europäische Business Unit, die eine Vielzahl von Produkten gemeinsam mit asiatischen Lieferanten entwickelte, produzierte und in Europa vermarktete. Durch seine langjährige, europaweite Erfahrung als Produktmanager und Geschäftsführer kann er die Risiken und Herausforderungen im Bereich Produkt Compliance sehr genau einschätzen und die Kunden der trinasco GmbH optimal unterstützen.