RAPEX-Report vom 10.09.2020

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Rapex-Report am Donnerstag: Rückruf von Dachgepäckträgern – Verkaufsverbot für Wasserkocher aus China
Im Safety Gate der letzten Woche tauchen erneut zahlreiche Produkte auf, die von den verschiedenen Behörden in der europäischen Union beanstandet wurden. Diese Produkte dürfen nun in der gesamten EU nicht weiter vermarktet werden. Bei vielen Produkten wurden sogar Produktrückrufe ausgesprochen.

Die Behörden in Deutschland, Polen, Slowenien, Österreich haben bei Dachgestellen der Marke Thule schwerwiegende Mängel festgestellt und einen Produktrückruf verhängt. Die geprüfte Charge der Schrauben im Montagesatz entsprach nicht der Spezifikation. Hierdurch ist es möglich, dass das Dachgestell nicht ordnungsgemäß am Fahrzeug befestigt wird. Als Folge könnte sich das Dachgestell vom Fahrzeug lösen, und das Gepäck (Fahrradträger und Fahrräder, Dachboxen usw.) könnte auf die Straße gelangen und den nachfolgenden Verkehr gefährden. Die beanstandeten Modelle wurden seit Dezember 2019 vertrieben.

Bei einem elektrischen Wasserkocher fanden Behörden in Polen eine unzureichende Stromversorgung und veranlassten eine Rücknahme des Produktes vom Markt. Die Isolierung des Versorgungskabels konnte leicht beschädigt werden, sodass stromführende Teile für den Benutzer zugänglich bleiben. Die Benutzer können daher einen elektrischen Schlag erhalten. Das Produkt entspricht nicht den Anforderungen der Niederspannungsrichtlinie und der einschlägigen europäischen Norm EN 60335-2-15.

Bei insgesamt 8 Spielzeugen wurden von den Behörden in Finnland, Polen und dem vereinigten Königreich stark überhöhte Konzentrationen verschiedener chemischer Stoffe gefunden. Bei einem Satz von Gummienten enthielt das Kunststoffmaterial eine zu hohe Menge an Bis (2-ethylhexyl) phthalat (DEHP) (gemessen am Gewicht bis zu 14,6 %). Dieses Phthalat kann die Gesundheit von Kindern schädigen und das Fortpflanzungssystem möglicherweise schädigen. Das Produkt entspricht nicht der REACH-Verordnung.

Eine Kunststoff-Puppe enthielt sogar 20,1 % dieses gefährlichen Phtalates, eine andere zusätzlich 7,8 % an Diisononylphthalat (DINP). Zwei weitere Spielzeuge enthielten eine zu hohe Menge an Blei bzw. Bor und verstießen gegen die REACH-Verordnung und gegen die Spielzeugrichtlinie und deren einschlägige europäische Norm EN 71-1 bzw. EN 71-3.

Alle diese Produkte müssen vom Markt genommen und teilweise vernichtet werden.

Die von den Behörden erlassenen Maßnahmen sind für die betroffenen Unternehmen nicht nur äußerst kostspielig, sondern haben auch langfristige Imageschäden für Hersteller, Importeure oder Handelsunternehmen zur Folge. Wir sind sicher, dass entsprechende Tests und Prüfungen die Mängel schnell offenbart hätten. Diese Tests sind natürlich mit Kosten verbunden, hätten aber die drastischen negativen Auswirkungen durch Verkaufsverbote und Produktrückrufe bei weitem nicht erreicht.

Daher empfehlen wir unseren Kunden, dem Produkt Compliance Management einen höheren Stellenwert beizumessen und Schäden in beträchtlicher Höhe abzuwenden.
 

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Über den Autor
Dr. Hartmut Voss
Autor: Dr. Hartmut Voss
Geschäftsführer
Dr. Hartmut Voss ist Gründer und Geschäftsführer der trinasco GmbH und Experte für Produkt Compliance Management. Vor seiner Tätigkeit als Berater war Dr. Voss bei führenden internationalen Unternehmen tätig (Pepsi-Cola, Sony, Nokia) und hat dabei sehr erfolgreich diverse Marketing-, Vertriebs- und General Management-Funktionen bekleidet. Unter anderem leitete er eine europäische Business Unit, die eine Vielzahl von Produkten gemeinsam mit asiatischen Lieferanten entwickelte, produzierte und in Europa vermarktete. Durch seine langjährige, europaweite Erfahrung als Produktmanager und Geschäftsführer kann er die Risiken und Herausforderungen im Bereich Produkt Compliance sehr genau einschätzen und die Kunden der trinasco GmbH optimal unterstützen.