Rapex-Report am Donnerstag: Verkaufsverbote für selbstrührenden Becher, Rauchmelder, Kappa-Strandsandalen und Fischer-Skischuh – Rückruf für Jetski

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Rapex-Report am Donnerstag: Verkaufsverbote für selbstrührenden Becher, Rauchmelder, Kappa-Strandsandalen und Fischer-Skischuh – Rückruf für Jetski



Auch in der letzten Woche tauchten wieder knapp 40 gefährliche Produkte im Safety Gate der Europäischen Union auf. Das auch unter dem Namen Rapex-System bekannte Safety Gate ist das europäische Informationsaustausch-System, über das sich die Marktaufsichtsbehörden der Mitgliedsländer gegenseitig über gefährliche Produkte informieren. Wenn Produkte in einem Mitgliedsstaat als gefährlich oder schädlich eingestuft werden, nehmen die nationalen Marktaufsichtsbehörden dies in der Regel zum Anlass, die Produkte auch in diesen Ländern vom Markt zu nehmen.

Die schwedischen Marktaufsichtsbehörden veranlassten die Rücknahme vom Markt für einen batteriebetriebenen selbstrührenden Becher. Das in China hergestellte, auch online vertriebene Produkt entsprach nicht den Anforderungen der Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (RoHS-2-Richtlinie). Zwei Lote im Produkt (Motor und Knopf) enthielten eine übermäßige Bleimenge (gemessener Wert bis zu 58 % bzw. 48 Gew.-%). Blei stellt ein Risiko für die Umwelt dar.

In Frankreich wurde die Listung eines Rauchmelders auf dem Online-Marktplatz beendet, da dieser das Risiko von Atemlähmung, Verbrennungen und Feuer barg. Das in China hergestellte Produkt konnte Rauch nicht erkennen und demnach seine Funktion nicht ausführen. Somit hätte sich Rauch entwickeln können, ohne dass die Bewohner eines Gebäudes davor gewarnt werden. Der Rauchmelder stand folglich nicht im Einklang mit der Bauprodukteverordnung sowie der europäischen Norm EN 14604.

In Italien wurde die Einfuhr von in China hergestellten Strandsandalen der Marke „Kappa“ abgelehnt, da sie nicht der REACH-Verordnung entsprachen. Das Produkt enthielt eine übermäßige Menge an Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) (gemessener Wert bis 1,6 Gew.-%). Dieses Phthalat kann der Gesundheit von Kindern schaden, was zu möglichen Schäden an ihrem Fortpflanzungssystem führt.
 
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Abb. 1: Kappa-Strandsandalen mit gefährlichen Chemikalien
Quelle: Europäische Kommission,
Safety Gate for dangerous non-food products (europa.eu), Sprache: Deutsch, Datum: 10.03.2022
Für einen aus Österreich stammenden Skischuh der Marke „Fischer“ wurde die Rücknahme vom Markt durch die österreichischen Behörden angeordnet. Das Produkt barg ein Verletzungsrisiko, da die Carbonmanschetten leicht zerbrechen konnten, wenn die Laschen der Manschette zu stark gebogen wurden. Darüber hinaus hätten weitere Schäden während des kontinuierlichen Gebrauchs auftreten können, was zu einem vollständigen Bruch der Manschetten führen könnte. So könnte der Träger stürzen und sich schwer verletzen. Das Produkt entsprach nicht den Anforderungen der Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit.

Einen Rückruf erteilte die polnische Marktaufsichtsbehörde für einen aus den USA stammenden Jetski der Marke „Kawasaki“. Der vordere Staufachdeckel des Produkts und die Befestigungen könnten unter bestimmten Fahrbedingungen, z. B. bei Fahrten in welligem Wasser, beschädigt werden. Unter diesen Bedingungen könnte Wasser unter den Deckel eindringen, wodurch übermäßiger Druck auf den Deckel und die Befestigungen ausgeübt und diese beschädigt werden könnten. Bei fortgesetztem Gebrauch mit beschädigten Teilen könnte sich der Deckel lösen und den Fahrer treffen. Das Produkt barg somit ein ernsthaftes Verletzungsrisiko und entsprach nicht den Anforderungen der Richtlinie für Sportboote und Wassermotorräder.
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Abb. 2: Mountainbike mit brüchigem Fahrradrahmen
Quelle: Europäische Kommission,
Safety Gate for dangerous non-food products (europa.eu), Sprache: Deutsch, Datum: 10.03.2022
Die von den Behörden erlassenen Maßnahmen sind für die betroffenen Unternehmen nicht nur äußerst kostspielig, sondern haben auch langfristige Imageschäden für Hersteller, Importeure oder Handelsunternehmen zur Folge. Wir sind sicher, dass entsprechende Tests und Prüfungen die Mängel schnell offenbart hätten. Diese Tests sind natürlich mit Kosten verbunden, hätten aber die drastischen negativen Auswirkungen durch Verkaufsverbote und Produktrückrufe bei weitem nicht erreicht.
Daher empfehlen wir unseren Kunden, dem Produkt Compliance Management einen höheren Stellenwert beizumessen und Schäden in beträchtlicher Höhe abzuwenden.

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Über den Autor
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss ist Gründer und Geschäftsführer der trinasco GmbH und Experte für Produkt Compliance Management. Vor seiner Tätigkeit als Berater war Dr. Voss bei führenden internationalen Unternehmen tätig (Pepsi-Cola, Sony, Nokia) und hat dabei sehr erfolgreich diverse Marketing-, Vertriebs- und General Management-Funktionen bekleidet. Unter anderem leitete er eine europäische Business Unit, die eine Vielzahl von Produkten gemeinsam mit asiatischen Lieferanten entwickelte, produzierte und in Europa vermarktete. Durch seine langjährige, europaweite Erfahrung als Produktmanager und Geschäftsführer kann er die Risiken und Herausforderungen im Bereich Produkt Compliance sehr genau einschätzen und die Kunden der trinasco GmbH optimal unterstützen.