Rapex-Report am Donnerstag: Verkaufsverbot für Ladegerät von Samsung – Rückruf für Anti-Stress-Kugeln mit Mikroorganismen

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Rapex-Report am Donnerstag: Verkaufsverbot für Ladegerät von Samsung – Rückruf für Anti-Stress-Kugeln mit Mikroorganismen


Auch in der letzten Woche wurde von den europäischen Behörden wieder zahlreiche Konsumentenprodukte in das Safety Gate eingestellt und damit in der gesamten EU vom Verkauf ausgeschlossen oder sogar mit existenzbedrohenden Produktrückrufen belegt.

Ein USB-Adapter der Firma Samsung muss vom europäischen Markt zurückgenommen werden, da die Konzeption des Produktes leicht zu einem elektrischen Schlag führen kann. Die Abstände zwischen Primär- und Sekundärstromkreisen waren nicht ausreichend. Der Benutzer könnte einen elektrischen Schlag durch die Berührung von leicht zugänglichen aktiven Teilen erhalten. Das Produkt entsprach nicht den Anforderungen der Niederspannungsrichtlinie und der einschlägigen europäischen Norm EN 60950-1.

Dieses Beispiel zeigt, dass selbst renommierte und weltweite führende Unternehmen wie Samsung gerade bei zugekauften Bauteilen oder Accessoires ein enormes Risiko in Bezug auf die Produktsicherheit und die Einhaltung europäischer Richtlinien und Normen eingehen. Das Produkt wurde in Vietnam produziert und von den niederländischen Behörden mit einem Verkaufsverbot belegt. Hierbei dürfte der Imageschaden für Samsung durch den Eintrag in der Rapex-Liste weit schmerzlicher sein als der entgangene Umsatz oder Deckungsbeitrag.

Bei Anti-Stress-Kugeln aus den Niederlanden stellten Behörden aus Deutschland fest, dass die Flüssigkeit des Produkts mit Mikroorganismen kontaminiert war, und zwar fast ausschließlich mit Burkholderia cepacia (gemessener Wert 380 000 KBE/g). Das Produkt kann während des Stressabbaus beschädigt werden und die entsprechende Flüssigkeit kann austreten. Hat die Person, die das Produkt verwendet, Hautverletzungen, können Keime in den Körper gelangen. Burkholderia cepacia kann Infektionen wie Pneumonie, Wundinfektionen und Sepsis verursachen, insbesondere bei immungeschädigten Personen.

Das Produkt entsprach nicht den Anforderungen der Spielzeugrichtlinie. Der Distributeur der Produktes wurde aufgefordert, den Verkauf des Produktes einzustellen, verkaufte Produkte beim Endkonsumenten zurückzurufen und die Verbraucher vor Risiken zu warnen. Die Kosten für diese Maßnahmen dürften den geplanten Verkaufserlös und Gewinn bei weitem überschreiten.

Ein Kinderwagen für Puppen hatte nur ein Sicherheitsschloss und war nicht ausreichend widerstandsfähig gegen Belastung. Infolgedessen konnte es leicht zusammenbrechen und ein Kind, das mit dem Kinderwagen spielt, kann leicht stürzen. Das Produkt entsprach nicht den Anforderungen der Spielzeugrichtlinie und der einschlägigen europäischen Norm EN 71-1. Die Einfuhr an der Grenze wurde abgelehnt.

Die polnischen Behörden forderten einen Distributeur auf, die von ihm vertriebenen Hoverboards vom Markt zurück zu nehmen. In die Ladegerät des Produkts konnte Wasser gelangen und die gesamte Ladevorrichtung war nicht feuchtigkeitsbeständig. Hierdurch können die elektrischen Komponenten des Produkts beschädigt werden, was zu Überhitzung und Feuer führt. Es könnte auch einen Kurzschluss geben und zugängliche Teile unter Spannung stellen, so dass der Nutzer einen elektrischen Schlag erleiden kann. Das Produkt entsprach nicht den Anforderungen der Maschinenrichtlinie und der einschlägigen Norm IEC 60335-2-114.

Neben zahlreichen Kinderspielzeugen, die verbotene Chemikalien enthielten und verschiedenen Adaptern und Lichterketten, die Brände auslösen konnten, fielen niederländischen Behörden zudem zahlreiche Holzspielzeuge aus China auf. Diese zeigten ein hohes Potential an Erstickungsgefahren für Kinder. Bei allen Spielzeugen konnten sich Kleinteile leicht vom Spielzeug lösen. Ein kleines Kind könnte die Kleinteile in den Mund bekommen und daran ersticken. Die Produkte verstießen allesamt gegen die Anforderungen der Spielzeugrichtlinie und der einschlägigen europäischen Norm EN 71-1.


Die Beispiele zeigen, dass Hersteller, Importeure und Handelsunternehmen die einschlägigen Vorschriften und Normen kennen und befolgen sollten, um sich vor großen finanziellen Schäden zu schützen. Die Einhaltung der europäischen Vorschriften und Normen sollte auch bei den Verhandlungen mit den meist chinesischen Lieferanten eine zentrale Rolle spielen, um die negativen Auswirkungen durch Importverbote, Verkaufsverbote und Produktrückrufe zu vermeiden.
 

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Über den Autor
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss ist Gründer und Geschäftsführer der trinasco GmbH und Experte für Produkt Compliance Management. Vor seiner Tätigkeit als Berater war Dr. Voss bei führenden internationalen Unternehmen tätig (Pepsi-Cola, Sony, Nokia) und hat dabei sehr erfolgreich diverse Marketing-, Vertriebs- und General Management-Funktionen bekleidet. Unter anderem leitete er eine europäische Business Unit, die eine Vielzahl von Produkten gemeinsam mit asiatischen Lieferanten entwickelte, produzierte und in Europa vermarktete. Durch seine langjährige, europaweite Erfahrung als Produktmanager und Geschäftsführer kann er die Risiken und Herausforderungen im Bereich Produkt Compliance sehr genau einschätzen und die Kunden der trinasco GmbH optimal unterstützen.