Rapex-Report am Donnerstag: Rückrufe für Speed-Pedelecs, Wasserkocher und Heizlüfter -Holzkohlegrill mit erhöhter Verletzungs- und Brandgefahr

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Rapex-Report am Donnerstag: Rückrufe für Speed-Pedelecs, Wasserkocher und Heizlüfter -Holzkohlegrill mit erhöhter Verletzungs- und Brandgefahr



Neben elektrischen Produkten, Spielzeugen und Atemschutzmasken, die eigentlich regelmäßig im Safety Gate der Europäischen Union auftauchen, sprachen europäische Marktaufsichtsbehörden in der letzten Woche auch Rückrufe für Produkte aus, die nicht so häufig beanstandet werden. Das Safety Gate (früher Rapex-System) ist das europäische Informationsaustausch-System, mit dem sich die Marktaufsichtsbehörden der Mitgliedsländer gegenseitig über gefährliche Produkte informieren. Als kritisch oder schädlich eingestufte Produkte müssen dann auch in den anderen Ländern vom Markt genommen, zurückgerufen oder entsprechend verändert werden.

Sehr gefährlich für die Nutzer war ein Speed Pedelec aus den Niederlanden mit der Bezeichnung DutchID High Speed PEDELEC. In der Carbongabel des S-Pedelecs, mit dem die Nutzer Geschwindigkeiten bis zu 45 km/h erreichen können, konnten kleine Risse auftreten, die zum Bruch der Gabel führen könnten. Hierdurch könnte der Nutzer gerade bei hohen Geschwindigkeiten die Kontrolle verlieren und stürzen. Das Produkt entsprach nicht den Anforderungen der Maschinenrichtlinie und der einschlägigen europäischen Norm EN 15194.

Bei einem Holzkohlegrill aus China mit der Marke Naterial bemängelten die rumänischen Behörden, dass die horizontale Ebene des Grills zu heiß wird. Das Produkt erreicht eine Temperatur von 87 Grad über der Umgebungstemperatur, obwohl der Grenzwert bei diesen Produkten nur bei 50 Grad liegen darf. Zudem war der Grill ist unter Belastung schwer zu handhaben, wodurch der Benutzer Verbrennungen erleiden könnte. Zudem könnten hierdurch Brände verursacht werden. Der Grill erfüllte nicht die Anforderungen der Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit und der einschlägigen europäischen Norm EN 1860-1. Die Händler, die dieses Produkt verkauft haben, wurden aufgefordert, das Produkt bei den Endkonsumenten zurückzurufen.

Mit Verkaufsverboten oder sogar Rückrufen belegt wurden auch ein USB-Ladegerät, ein elektrischer Wasserkocher und ein elektrischer Heizlüfter, alle aus China. Beim USB-Ladegerät war die Isolierung unzureichend. Beim Wasserkocher konnte die Isolierung des Versorgungskabels leicht beschädigt werden, so dass stromführende Teile für den Benutzer zugänglich waren.
Der Kunststoff des elektrischen Heizlüfters konnte leicht schmelzen, so dass auch hier stromführende Teile leicht zugänglich waren. Bei allen Produkten konnten die Nutzer elektrische Schocks und Verbrennungen erleiden. Keines der Produkte war konform mit den Anforderungen der Niederspannungsrichtlinie und den einschlägigen europäischen Normen EN 60335-1, EN 60335-2, EN 60335-2-30 und EN IEC 62368.

An der finnischen Grenze abgelehnt wurde ein Bleistift-Etui aus China. Das Bleistiftgehäuse enthielt Di(2-etylhexyl)phthalat (DEHP) (gemessener Wert: bis zu 7,8 Gewichtsprozent). Die Phtalate Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) und Di-n-octylphthalat (DNOP) enthielten auch zwei Puppen, die von der Marktaufsichtsbehörden in Litauen und Polen mit Verkaufsverboten und der Zerstörung der Produkten belegt wurden. Diese Phthalate können die Gesundheit von Kindern schädigen und das Fortpflanzungssystem beeinträchtigen. Alle Produkte verstießen gegen die REACH-Verordnung.

Wozu eine fehlerhafte oder mangelnde Kennzeichnung von Produkten oder fehlende Gebrauchsanweisungen führen können, mussten in der letzten Woche Einzelhändler in Dänemark erfahren. Die dänischen Marktaufsichtsbehörden verboten einen Trampolinbefeuchter aus Schweden der Marke Trampolin Waterpark. Das Produkt ist ein Wasserschlauch, der auf einem Trampolin montiert werden kann und der das Sprungtuch des Trampolins befeuchtet bzw. nass macht.

Dem Produkt fehlten allerdings Gebrauchsanweisungen und ein Warnetikett, das vor der Verwendung des Trampolins bei nassen Bedingungen warnt. Ein nasses Trampolin kann natürlich eher Verletzungen verursachen und davor sollte ein Produkt warnen, das genau dieses Ziel verfolgt. Das Produkt entsprach nach Meinung der Behörden nicht den Anforderungen der Spielzeugrichtlinie und der einschlägigen europäischen Norm EN71-1, EN71-2 und EN71-3.

Neben diesen Produkten wurde auch ein Klebstoff in Litauen bemängelt, der übermäßige Menge an Toluol (gemessene Werte: 0,71 Gewichtsprozent) enthielt. Auch wurden wiederum 3 Spielzeuge bzw. Babyartikel (Holzkarussel, Spielzeugbogen und Pfeile, Schnullerclip) mit Verkaufsverboten belegt, bei denen Kleinteile abbrechen konnten und zu potentiellen Erstickungsgefahren für Kinder führen konnten.

Die von den Behörden erlassenen Maßnahmen sind für die betroffenen Unternehmen nicht nur äußerst kostspielig, sondern haben auch langfristige Imageschäden für Hersteller, Importeure oder Handelsunternehmen zur Folge. Wir sind sicher, dass entsprechende Tests und Prüfungen die Mängel schnell offenbart hätten. Diese Tests sind natürlich mit Kosten verbunden, hätten aber die drastischen negativen Auswirkungen durch Verkaufsverbote und Produktrückrufe bei weitem nicht erreicht.

Daher empfehlen wir unseren Kunden, dem Produkt Compliance Management, stichprobenartigen Tests und vor allem einer vollständigen und zuverlässigen Dokumentation einen höheren Stellenwert beizumessen und Schäden in beträchtlicher Höhe abzuwenden.


 

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Über den Autor
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss ist Gründer und Geschäftsführer der trinasco GmbH und Experte für Produkt Compliance Management. Vor seiner Tätigkeit als Berater war Dr. Voss bei führenden internationalen Unternehmen tätig (Pepsi-Cola, Sony, Nokia) und hat dabei sehr erfolgreich diverse Marketing-, Vertriebs- und General Management-Funktionen bekleidet. Unter anderem leitete er eine europäische Business Unit, die eine Vielzahl von Produkten gemeinsam mit asiatischen Lieferanten entwickelte, produzierte und in Europa vermarktete. Durch seine langjährige, europaweite Erfahrung als Produktmanager und Geschäftsführer kann er die Risiken und Herausforderungen im Bereich Produkt Compliance sehr genau einschätzen und die Kunden der trinasco GmbH optimal unterstützen.