Rapex-Report am Donnerstag: Motorradhelm mit geringem Aufprallschutz – giftige Chemikalien in Kinderspielzeug und Dekoartikeln

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Rapex-Report am Donnerstag: Motorradhelm mit geringem Aufprallschutz – giftige Chemikalien in Kinderspielzeug und Dekoartikeln


In das Safety Gate (früher Rapex) wurde in der letzten Woche wieder zahlreiche Produkte eingestellt, die in der EU nicht mehr verkauft werden dürfen oder sogar vom Markt zurückgenommen werden müssen. Die Behörden in den verschiedenen Mitgliedsländern prüfen verstärkt Spielzeuge und Elektroartikel und nehmen inzwischen immer stärker auch den Online-Handel in den Fokus.

Bei dem Motoradhelm der Marke Silence fanden Behörden aus Luxemburg, dass die Aufprallkapazität des Helms unzureichend war. Dadurch kann der Benutzer bei einem Aufprall schwere Kopfverletzungen erleiden. Außerdem verfügte das Produkt nicht über eine Anleitung in der Landessprache für die sichere Verwendung des Produkts. Das Produkt aus der Volksrepublik China entsprach nicht den Vorschriften der ECE-Regelung Nr. 22-05 und muss von den Einzelhändlern vom Markt zurückgenommen werden.

Bei einer Warnweste für Kinder, ebenfalls aus China, war die Leuchtdichte des Hintergrundmaterials der Weste unzureichend. Infolge dessen ist das Kind in Situationen, in denen eine hohe Sichtbarkeit von wesentlicher Bedeutung ist, nicht ausreichend erkennbar. Das Produkt entsprach nicht der Verordnung über persönliche Schutzausrüstungen und der einschlägigen europäischen Norm EN 1150.

In 8 unterschiedlichen Spielzeugen ermittelten die Behörden aus Tschechien und Ungarn deutlich überhöhte Mengen an Chemikalien, die in Spielzeugen nicht erlaubt sind.

Die Spielzeuge enthielten alle zu hohe Mengen an Bis (2-ethylhexyl) phthalat (DEHP), Dibutylphthalat (DBP) und/oder Diisobutylphthalat (DIBP). Die Messwerte betrugen bei vielen Produkten über 10 % des Gewichtes, bei einem Spielzeug wurde sogar ein DEHP-Messwert von 45 % nachgewiesen. Diese Phthalate können die Gesundheit von Kindern schädigen und das Fortpflanzungssystem möglicherweise schädigen. Die Produkte verstießen allesamt gegen die REACH-Verordnung.

Importeure und Distributeure von 2 Dekoartikeln wurden von den schwedischen Behörden zur Rücknahme der Produkte aufgefordert. In den Dekoartikeln wurden überhöhte Bleimenge festgestellt (gemessene Werte nach Gewicht: 0,93% und 0,40%). Blei ist schädlich für die menschliche Gesundheit, akkumuliert sich im Körper, kann Entwicklungsneurotoxizität verursachen und auch gestillte oder ungeborene Kinder betreffen. Beide Produkte entsprachen nicht der REACH-Verordnung.

Mit Verkaufsverboten belegt wurden zudem zwei Feuerzeuge, die nach Ansicht der Behörden auf Zypern für Kinder attraktiv und damit „child appealing“ waren. Die Feuerzeuge in der Form eines Kinderschuhs, einer kleinen Rohrzange oder eines kleinen Hammers können leicht mit einem Spielzeug verwechselt werden. Kinder können mit den Feuerzeugen spielen, Verbrennungen erleiden oder einen Brand verursachen. Die Produkte entsprachen nicht der europäischen Norm EN 13869. Die Einzelhändler müssen die Produkte vom Markt zurücknehmen.

Die von den Behörden erlassenen Maßnahmen sind für die betroffenen Unternehmen nicht nur äußerst kostspielig, sondern haben auch langfristige Imageschäden für Hersteller, Importeure oder Handelsunternehmen zur Folge. Wir sind sicher, dass entsprechende Tests und Prüfungen die Mängel schnell offenbart hätten. Diese Tests sind natürlich mit Kosten verbunden, hätten aber die drastischen negativen Auswirkungen durch Verkaufsverbote und Produktrückrufe bei weitem nicht erreicht.

Daher empfehlen wir unseren Kunden, dem Produkt Compliance Management einen höheren Stellenwert beizumessen und Schäden in beträchtlicher Höhe abzuwenden.
 

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Über den Autor
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss ist Gründer und Geschäftsführer der trinasco GmbH und Experte für Produkt Compliance Management. Vor seiner Tätigkeit als Berater war Dr. Voss bei führenden internationalen Unternehmen tätig (Pepsi-Cola, Sony, Nokia) und hat dabei sehr erfolgreich diverse Marketing-, Vertriebs- und General Management-Funktionen bekleidet. Unter anderem leitete er eine europäische Business Unit, die eine Vielzahl von Produkten gemeinsam mit asiatischen Lieferanten entwickelte, produzierte und in Europa vermarktete. Durch seine langjährige, europaweite Erfahrung als Produktmanager und Geschäftsführer kann er die Risiken und Herausforderungen im Bereich Produkt Compliance sehr genau einschätzen und die Kunden der trinasco GmbH optimal unterstützen.