Rapex-Report am Donnerstag: Gefährliche Kinderkleider, Spielzeugautos, Spielzeugpistolen, Schnellkochtöpfe und Reithelme

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Rapex-Report am Donnerstag: Gefährliche Kinderkleider, Spielzeugautos, Spielzeugpistolen, Schnellkochtöpfe und Reithelme


Vergangene Woche gab es wieder 49 Warnmeldungen auf dem Safety Gate, dem Schnellwarnsystem der Europäischen Kommission für die Mitgliedstaaten der EU.

Besonders auffällig war die hohe Anzahl an Kinderkleidung, die sich in der KW 18 auf dem Safety Gate abzeichnete. Hierbei waren die rumänischen Marktaufsichtsbehörden sehr aufmerksam.

Sie warnten vor mehreren aus China, aus Italien und aus der Türkei stammenden Kinderkleidern, die Verletzungsrisiken bargen. Alle diese Kleidermodelle hatten lange, frei herabhängende Kordeln im Taillenbereich, die sich bei den normalen Aktivitäten und beim Spielen der Kinder verfangen und zu Verletzungen führen können. Die Produkte wurden vom Markt genommen, da sie weder den Anforderungen der Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit noch der europäischen Norm EN 14682 entsprachen.

In Litauen wurden ein in China hergestellter Spielzeug-Traktor, ein Spielzeug-PKW sowie ein Spielzeug-LKW als gefährlich deklariert. Alle drei Produkte bargen ein Erstickungsrisiko, da sie Kleinteile enthielten, die sich leicht ablösen ließen. Ein kleines Kind kann diese verschluckbaren Kleinteile in den Mund nehmen und daran ersticken. Die Produkte entsprachen deshalb weder den Anforderungen der Richtlinie über die Sicherheit von Spielzeug noch der europäischen Norm EN 71-1. Als Konsequenz wurden alle drei Spielzeuge vom Markt zurückgezogen

 
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Abb. 1: Spielzeugauto mit ablösbaren Kleinteilen
Quelle: Europäische Kommission,
https://ec.europa.eu/safety-gate-alerts/screen/webReport/alertDetail/10006057, Datum: 12.05.2022, Sprache: Englisch
Auch eine Spielzeugpistole musste in Polen vom Markt genommen werden. Zudem wurden die Verbraucher vor den Risiken gewarnt. Die Schaumstoffgeschosse des Produkts waren zu klein und ein Kind, das mit dem Spielzeug spielt, könnte sie in den Mund nehmen und daran ersticken. Das in China hergestellte Produkt entsprach weder den Anforderungen der Spielzeugsicherheitsrichtlinie noch der europäischen Norm EN 71-1.

Für einen in China hergestellten Schnellkochtopf wurde in Tschechien ein Rückruf in die Wege geleitet. Mit dem Produkt gingen ernstzunehmende Verbrennungs- und Verletzungsrisiken einher. Durch ein Versagen des Sicherheitssystems konnte sich das Produkt unter Druck öffnen und den Deckel und den Inhalt, der meist eine sehr hohe Temperatur aufweist, herausschleudern. Das Produkt erfüllte demnach weder die Anforderungen der Druckgeräterichtlinie noch die der europäischen Norm EN 12778.

Auch ein in Deutschland hergestellter Reithelm der Marke SWING wurde vom Markt genommen und vom Endverbraucher zurückgerufen. Wie die französischen Marktaufsichtsbehörden feststellten, konnte das Produkt leicht brechen und fing Stöße nicht ausreichend ab. Dies könnte bei einem Sturz oder Aufprall zu Kopfverletzungen des Benutzers führen. Das Produkt entsprach nicht der Verordnung über persönliche Schutzausrüstungen.
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Abb. 2: nicht schützender Reithelm
Quelle: Europäische Kommission,
https://ec.europa.eu/safety-gate-alerts/screen/webReport/alertDetail/10005999, Datum: 12.05.2022, Sprache: Englisch
Auch in Spanien hergestellte Luftballons wurden von den deutschen Marktaufsichtsbehörden vom Markt genommen. Das Produkt entsprach weder den Anforderungen der Richtlinie über die Sicherheit von Spielzeug noch der europäischen Norm EN 71-12. Die Luftballons wiesen ein chemisches Risiko auf, da die von ihnen freigesetzte Menge an Nitrosaminen zu hoch (Messwert bis zu 0,085 mg/kg) war. Nitrosamine sind krebserregend, wenn sie eingeatmet, verschluckt oder über die Haut aufgenommen werden. Ein Kind kann diesen Stoffen ausgesetzt werden, wenn es den Ballon in den Mund nimmt.

Die von den Behörden erlassenen Maßnahmen sind für die betroffenen Unternehmen nicht nur äußerst kostspielig, sondern haben auch langfristige Imageschäden für Hersteller, Importeure oder Handelsunternehmen zur Folge. Wir sind sicher, dass entsprechende Tests und Prüfungen die Mängel schnell offenbart hätten. Diese Tests sind natürlich mit Kosten verbunden, hätten aber die drastischen negativen Auswirkungen durch Verkaufsverbote und Produktrückrufe bei weitem nicht erreicht.

Daher empfehlen wir unseren Kunden, dem Produkt Compliance Management einen höheren Stellenwert beizumessen und Schäden in beträchtlicher Höhe abzuwenden.

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Über den Autor
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss ist Gründer und Geschäftsführer der trinasco GmbH und Experte für Produkt Compliance Management. Vor seiner Tätigkeit als Berater war Dr. Voss bei führenden internationalen Unternehmen tätig (Pepsi-Cola, Sony, Nokia) und hat dabei sehr erfolgreich diverse Marketing-, Vertriebs- und General Management-Funktionen bekleidet. Unter anderem leitete er eine europäische Business Unit, die eine Vielzahl von Produkten gemeinsam mit asiatischen Lieferanten entwickelte, produzierte und in Europa vermarktete. Durch seine langjährige, europaweite Erfahrung als Produktmanager und Geschäftsführer kann er die Risiken und Herausforderungen im Bereich Produkt Compliance sehr genau einschätzen und die Kunden der trinasco GmbH optimal unterstützen.