Rapex-Report am Donnerstag: Elektro-Scooter mit brechender Lenkstange – über 20 gefährliche Spielzeuge, Kindergitter und Babybetten

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Rapex-Report am Donnerstag: Elektro-Scooter mit brechender Lenkstange –
über 20 gefährliche Spielzeuge, Kindergitter und Babybetten


Auch in der letzten Woche sprachen die Marktaufsichtsbehörden der verschiedenen europäischen Mitgliedsstaaten wieder zahlreiche Verkaufsverbote und Produktrückrufe aus.

Nicht unter dem Weihnachtsbaum landen Elektro-Scooter der Marke Techlife aus China. Bei den Rollern konnten in der Lenkstange Risse auftreten, die zum Bruch der Verbindung zwischen Lenkstange und Vorderrad führen können. Benutzer können daher stürzen und schwerwiegende Verletzungen erleiden. Das Produkt entsprach nicht den Anforderungen der Maschinenrichtlinie und muss beim Endverbraucher mit hohen Kosten zurückgerufen werden.
 
Bei Sicherheitsgittern für Kleinkinder aus Deutschland gab es eine Fehlfunktion des automatischen Verriegelungssystems. Dadurch ist das Sicherheitsgitter nicht zwingend geschlossen. Ein Kind kann sehr leicht die Öffnung passieren und beispielsweise eine Treppe herunterfallen. Das Produkt verstieß gegen die einschlägige europäische Norm EN 1930. Auch dieses Produkt muss umgehend von Verbrauchern zurückgerufen werden.

Bei einem Babybett für Kinder waren die Abstände zwischen den Stangen auf der Seite mit abnehmbaren Lamellen zu groß. Dies könnte dazu führen könnte, dass der Kopf oder Gliedmaßen des Kindes eingeklemmt werden. Das Produkt entsprach nicht der einschlägigen europäischen Norm EN 716 und darf ab sofort in ganz Europa nicht mehr verkauft werden

Wie in der Vorweihnachtszeit üblich überprüften die europäischen Marktaufsichtsbehörden auch wieder zahlreiche Spielzeuge und verhängten bei 23 unterschiedlichen Produkten Importverbote, Verkaufsstopps und Produktrückrufe. Die meisten der Produkte konnten wegen kleiner Teile zur Erstickung durch Verschlucken und Sauerstoffmangel führen. Die Produkte entsprachen nicht der Spielzeugrichtlinie und den einschlägigen Normen EN 12586 und EN 71-1

Bei drei Puppen und Plüschtieren entdeckten die Marktaufsichtsbehörden aus Zypern, Litauen und dem vereinigten Königreich hohe chemische Risiken. Die Produkte enthielten das bei Spielzeugen verbotene und überaus gefährliche Di- (2-ethylhexyl) phthalat (DEHP) in Konzentrationen zwischen 7,4 % und 26,92 % (nach Gewicht). Dieses Phthalat kann die Gesundheit von Kindern schädigen und das Fortpflanzungssystem möglicherweise schädigen. Die Produkte entsprachen nicht der REACH-Verordnung und müssen vom Markt zurückgenommen werden bzw. sogar zurückgerufen werden. Zudem wurden die Online-Marktplätze, auf denen die Produkte angeboten wurden, aufgefordert, die Verkäufe und Listungen einzustellen.

Beanstandet wurden auch in der letzten Woche wieder drei Bekleidungsstücke für Kinder.
Die Produkte hatten lange Zugbänder oder Kordeln, die bei verschiedenen Aktivitäten eines Kindes zu Strangulierungen oder ähnlichen Verletzungen führen konnten. Die Produkte entsprachen nicht der einschlägigen europäischen Norm EN 14682.

Die Beispiele zeigen, dass Hersteller, Importeure und Handelsunternehmen die einschlägigen Vorschriften und Normen kennen und befolgen sollten, um sich vor großen finanziellen Schäden zu schützen. Die Einhaltung der europäischen Vorschriften und Normen sollte auch bei den Verhandlungen mit den meist chinesischen Lieferanten eine zentrale Rolle spielen, um die negativen Auswirkungen durch Importverbote, Verkaufsverbote und Produktrückrufe zu vermeiden.

Wir raten daher unseren Kunden, dem Thema Produkt Compliance und Produktsicherheit eine deutlich höhere Bedeutung beizumessen und ihre Lieferanten über die europäischen Anforderungen zu informieren. Nur so können sie sich vor derartigen, oft existenzbedrohenden, Situationen zu schützen.
 

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Über den Autor
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss
Dr. Hartmut Voss ist Gründer und Geschäftsführer der trinasco GmbH und Experte für Produkt Compliance Management. Vor seiner Tätigkeit als Berater war Dr. Voss bei führenden internationalen Unternehmen tätig (Pepsi-Cola, Sony, Nokia) und hat dabei sehr erfolgreich diverse Marketing-, Vertriebs- und General Management-Funktionen bekleidet. Unter anderem leitete er eine europäische Business Unit, die eine Vielzahl von Produkten gemeinsam mit asiatischen Lieferanten entwickelte, produzierte und in Europa vermarktete. Durch seine langjährige, europaweite Erfahrung als Produktmanager und Geschäftsführer kann er die Risiken und Herausforderungen im Bereich Produkt Compliance sehr genau einschätzen und die Kunden der trinasco GmbH optimal unterstützen.