Sie sind Hersteller, Importeur oder Händler von Non-Food Konsumgütern? 
Sie fragen sich, welche rechtlichen Vorschriften Sie einhalten müssen?
Sie wollen sich vor Import-Problemen, Verkaufsverboten und Produktrückrufen schützen?

Entdecken Sie unsere beliebtesten Produkt Compliance Dienstleistungen:

Begriff Definition
SVHC-Stoffe

SVHC steht für “Substance of Very High Concern”. Ein SVHC-Stoff ist ein Stoff, der gemäß der REACH-Verordnung als „besonders besorgniserregend“ gilt. Maßgeblich für die Einstufung eines Stoffes als SVHC-Stoff sind seine gefährlichen Eigenschaften. Die Gefährdung kann sich zum einen auf schwerwiegende und irreversible Gesundheitsschäden bei Lebewesen beziehen (z. B. bei CMR-Stoffen) oder zum anderem auf schädigende und langfristig wirkende Auswirkungen auf die Umwelt (etwa bei PBT-Stoffen oder vPBT-Stoffen).

Was passiert mit SVHC-Stoffen?
Ein Stoff, der als SVHC identifiziert wurde, wird nach einem definierten Prozedere auf die Liste der für eine Zulassungspflicht in Frage kommenden Stoffe gesetzt, die sogenannte Kandidatenliste gemäß Anhang XIV („Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe“) der REACH-Verordnung. Der inoffizielle Begriff Kandidatenliste taucht selbst in der REACH-Verordnung nicht auf, weist aber darauf hin, dass ein Stoff auf dieser Liste als potentieller Kandidat für die Einstufung gemäß Anhang XIV der REACH-Verordnung über zulassungspflichtige Stoffe betrachtet wird. Die Aussage „gilt als SVHC-Stoff“ bedeutet de facto das Gleiche wie „steht auf der Kandidatenliste für das Zulassungsverfahren gemäß REACH“.

Wie gelangt ein Stoff auf die Kandidatenliste?
Die Entscheidung über die Aufnahme eines Stoffes in die Kandidatenliste ist allein von dessen Eigenschaften abhängig, und erfolgt unabhängig von der wirtschaftlichen Bedeutung dieses Stoffes für bestimmte Branchen oder Unternehmen. Die Kandidatenliste enthält bereits mehr als 200 Stoffe und wird fortlaufend aktualisiert und erweitert, wenn neue Erkenntnisse zu gefährlichen Eigenschaften eines Stoffes bekannt werden. Mehr als 50 Stoffe bzw. Stoffgruppen wurden bereits aus der Kandidatenliste in den Anhang XIV der REACH-Verordnung aufgenommen und dadurch zu zulassungspflichtigen Stoffen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht eine stetig aktualisierte deutsche Übersetzung der von der ECHA veröffentlichten Kandidatenliste, die auch eine Suchfunktion sowie eine Downloadoption der Liste im EXCEL-Format umfasst. Zu bekannten Beispielen für SVHC-Stoffe, die für viele Produkte bzw. Hersteller besonders relevant sind, gehören z. B. Phthalate (in Flammschutzmitteln oder in Weichmachern für Kunststoffe) oder einige ChromVI-Verbindungen (Chromtrioxide), die etwa in Holzschutzmitteln und in der Galvanik zum Verchromen eingesetzt werden.
Welche Bedeutung haben SVHC-Stoffe für Hersteller und Importeure?
Die Aufnahme in die Kandidatenliste hat rechtliche Verpflichtungen für Hersteller, Importeure und Lieferanten von Erzeugnissen zur Folge, die einen solchen Stoff enthalten. Stoffe, die als SVHC klassifiziert wurden, sind einem Zulassungsverfahren unterworfen und sobald ein Stoff auf der Kandidatenliste erscheint, ist mit Zulassungsbeschränkungen zu rechnen. Außerdem greifen Informationspflichten für den Hersteller. Ist ein Stoff in einem Erzeugnis in einer Konzentration von mehr als 0,1 % enthalten, muss der Hersteller seine gewerblichen Abnehmer darüber informieren. Dazu dient Abschnitt 3 des Sicherheitsdatenblattes (zu den Meldepflichten bei Erzeugnissen mit SVHC-Stoffen siehe auch SCIP). Auch gegenüber privaten Verbrauchern besteht eine Informationspflicht und zwar binnen 45 Tagen nach Anfrage durch den Verbraucher. Wird überdies von einem solchen Stoff mehr als 1 Tonne pro Jahr für ein Produkt verwendet, muss eine Meldung an die ECHA erfolgen. Ziel dieser strikten Vorgaben ist, gefährliche Stoffe auf dem europäischen Markt nach und nach durch weniger gefährliche Stoffe zu ersetzen.